Ich bin Denise Corban-Koyka, Heilpraktikerin für Physiotherapie. Seit fast 30 Jahren behandle ich Menschen in meiner Praxis. Und doch hat mich mein eigener Schwieger-Konflikt selbst so tief getroffen, dass ich Jahre gebraucht habe, um wirklich Frieden damit zu finden.
Vom 23.12.2017
Das Weihnachtsessen war seit Längerem geplant. Drei Tage vor Heiligabend rief unser Sohn an: Seine damalige Freundin wollte den Termin verschieben, um ihre schwerkranke Großmutter zu besuchen. Ich bot an, zwei Stunden früher zu essen. Für mich lag der eigentliche Konflikt tiefer: Ich hatte das Gefühl, dass es darum ging, über meinen Kalender und meine gerade erst gestartete Arbeit als Weihnachts-Physio-Notdienst bestimmt.
Am 23.12.2017 kam unser Sohn und seine Partnerin dann noch einmal zu uns, um mich umzustimmen. Dabei kam es zu einer Auseinandersetzung, die für mich völlig unerwartet eskalierte. Danach zitterte ich am ganzen Körper und bat meinen Mann, das gemeinsame Weihnachtsessen per SMS ganz abzusagen. Für mich war es die schlimmste Stunde meines Lebens, und ich verstehe überhaupt nicht, was mir da gerade passiert war.
Zwei verschiedene Wirklichkeiten
Der Abend war damit nicht vorbei. Während für mich die Welt Kopf stand, erlebten die Kinder dieselbe Situation völlig anders. Auch unser Sohn erlebte die Absage völlig anders als ich: Er hatte sich auf das Weihnachtsessen gefreut und stand nun ohne seine eigene Familie da. So gut er bei der Familie seiner Freundin aufgenommen war, fühlte er sich von mir in diesem Moment verstoßen. Er zog sich zurück, der Kontakt blieb rund 8 Monate stark reduziert.
Ich holte mir Unterstützung bei einem Coach und schrieb einen selbstreflektierten, versöhnlichen Brief. Ich wollte die Tür nicht schließen. Im August 2018 normalisierte sich der Kontakt etwas, aber über das Geschehene wurde nicht gesprochen. Auch danach gab es immer wieder schwierige Situationen. Erst viel später verstand ich etwas, das für meinen ganzen weiteren Weg wichtig war: Wir können dieselbe Situation erleben und trotzdem in völlig verschiedenen Wirklichkeiten leben.
Ich wollte verstehen
Nach diesem Zerwürfnis ließ mich eine Frage nicht mehr los: Was war mir da eigentlich passiert? Ich wollte wissen, warum mich das so tief getroffen hatte, ob das Schicksal einer Schwiegermama ist, und ich wollte mich selbst verstehen.
Was ich im Internet fand, halb mir nicht weiter: vor allem Schwiegermutter-Bashing und Schuldzuweisungen durch Schwiegertöchter, am Ende hatte ich 28 Seiten davon gesammelt. Ich wollte aber nicht lernen, wie ich zurückschlage, und auch nicht nur bestätigt bekommen, dass die andere Seite schuld ist. Ich wollte verstehen. Damit begann eine Suche, die sich über Jahre ziehen sollte.
Der Weg zu mir selbst
Je länger ich suchte, desto klarer wurde mir: Ich komme an mir selbst nicht vorbei. Ich beschäftigte mich mit meiner eigenen Geschichte, meinen Prägungen und meiner Persönlichkeit, lernte meine Hochsensibilität kennen und beschäftigte mich später auch mit Enneagramm, Human Design und Myers-Briggs. Keines dieser Modelle ist für mich die alleinige Wahrheit, aber jedes hat mir einen weiteren Blickwinkel eröffnet. Dabei verstehe ich immer mehr: Menschen sind verschieden. Sie nehmen unterschiedlich wahr, verarbeiten unterschiedlich, reagieren unterschiedlich.
Über einen Traumatherapeuten lernte ich Somatic Experiencing kennen und verstehen, was in einer extrem belastenden Situation mit einem Menschen geschehen kann: Ich war am 23.12.2017 erstarrt, nicht fähig, einen klaren Gedanken zu fassen, einzig damit beschäftigt, diese Situation irgendwie zu überleben. Darin erkannte ich ein Muster aus meiner Kindheit wieder: Wenn mein Vater laut wurde, hieß es für mich, immer noch zu werden und nichts zu tun, was ihn weiter provozieren könnte. Genau dieses Erstarren erlebte ich Jahre später in meiner Küche wieder.
Parallel veränderte sich meine Art zu kommunizieren. Ich lernte, vorwurfsfrei zu sprechen: Tatsachen zu benennen und von mir zu sprechen, davon, wie ich etwas erlebe, statt dem anderen etwas vorzuwerfen. Besonders in meiner Ehe war das entscheidend, denn mein Mann reagierte auf Vorwürfe sehr allergisch. Bei vielen gemeinsamen Spaziergängen konnten wir uns dadurch immer besser verstehen. Ohne diese Art zu sprechen hätten viele dieser Gespräche für mich nicht stattfinden können, und der Schwieger-Konflikt hätte unsere Ehe möglicherweise sogar belastet.
2021 machte ich mit The Work eine Erfahrung, die für mich wichtig wurde: Themen aus meiner Herkunftsfamilie, an denen ich lange gearbeitet hatte, konnten sich innerhalb weniger Sitzungen tiefgreifend verändern. Veränderung braucht nicht zwangsläufig Jahre, das wurde mir dadurch klar. Mein Schwieger-Konflikt war damit aber noch nicht gelöst, ich suchte weiter, unter anderem bei Alexandra Weber und später bei InnerWise und Uwe Albrecht. Besonders der Heilatem half mir sehr, und ich habe erlebt, wie InnerWise auch bei akuten körperlichen Beschwerden für mich wirken kann. Aus jedem dieser Wege habe ich etwas mitgenommen, das meinen Blick erweitert hat.
Eine Vollbremsung und ein neuer Anlauf
Am 09.11.2021 hatte ich einen Unfall mit dem Hund der Kinder und verletzte beide Kreuzbänder meines rechten Knies. Rund 12 Wochen war ich arbeitsunfähig, kurz vor meinem 60. Geburtstag. Bei mir hatte nicht einmal der Wink mit dem Zaunpfahl gereicht. Es brauchte eine Lawine, damit ich endlich stehen blieb. Noch im Krankenhaus suchte ich intensiv im Internet nach Hilfe.
Ende Januar 2022 führte mich diese Suche zu Alexandra Weber und ihrem Programm für Beziehungen. Ich ging dort hinein, weil ich vor allem die Beziehung zu den Kindern verbessern wollte. Doch schon bald ging es um viel mehr: um meinen Blick auf Beziehungen, auf meine Ehe und auf mich selbst. Nach Jahren, in denen sich mein Leben seit dem 23.12.2017 nicht mehr wie meine alte Erfolgsgeschichte anfühlte, kam ich wieder in meine Spur.
Die kleine Seele
Im Februar 2023 begegnete mir die Geschichte von der kleinen Seele. Sie ermöglichte mir etwas, das mir trotz all meiner bisherigen Entwicklungsschritte noch nicht gelungen war: Ich konnte mich tatsächlich in Frieden von einzelnen Menschen verabschieden, von denen ich mich verletzt fühlte. Ich bekam einen anderen Blick auf das, was diese Menschen und Erfahrungen in meinem Leben ausgelöst hatten, ohne das Geschehene gutzuheißen oder meine Verletzungen kleinzureden. Es war ein großer Schritt, aber noch nicht das Ende meines Weges.
Eine berufliche Idee nimmt Form an
Parallel zu meiner persönlichen Suche entwickelte sich 2022 auch beruflich etwas Neues. Bei Alexandra Weber war ich zunächst Teilnehmerin, später begann ich ihre Coach-Ausbildung für Quantensprungprozesse, weil ich von dieser Methode so begeistert war, dass ich sie anderen Frauen zugänglich machen wollte. Gleichzeitig trug ich schon seit meiner Zeit als Physio-Coach 2009 bis 2011 einen anderen Wunsch mit mir: irgendwann vom Hands On zum Hands OFF zu kommen, also mehr mit statt nur an Menschen zu arbeiten.
Im Sommer 2022 trafen beide Gedanken aufeinander. Bei einem Mittagessen hatte ich die Idee, diese Methode als Online-Angebot ins französischsprachige Ausland zu bringen. Im September 2022 startete ich dafür ein Mentoring bei den Miracle Makers und arbeitete dort intensiv an meiner Zielgruppe. Bei dieser Arbeit stellte sich mir eine Frage, die mich nicht mehr losließ: Was passiert eigentlich, wenn ein Mensch in eine neue Familie kommt, mit deren eigenen Werten und Regeln?
Erkenne dich selbst
Daraus entstand 2022 ein Gedanke, der bis heute trägt: Wenn jeder Mensch, der in eine neue Familie kommt, deren Werte kennen würde, gäbe es vermutlich nur noch einen Bruchteil der Probleme. Daraus wurde die Idee: Es braucht einen Schwieger-Führerschein. Und der erste konkrete Ansatz dafür wurde für mich der Leitgedanke: Erkenne dich selbst.
Der lange Weg zur richtigen Form
In den Jahren habe ich viele Wege ausprobiert, um aus dieser Idee ein tragfähiges Angebot zu machen. Bei der Emotional Leadership Company belegte ich zunächst emTrace® Modul 1 zum Lösen von Blockaden. Später nahm ich dort auch am Chili-Wochenende teil und arbeitete an meiner Positionierung, unter anderem daran, wie unterschiedliche Menschen und Farbtypen angesprochen werden wollen. Bei einem Mentoring lernte ich, meine physiotherapeutische Kernkompetenz stärker einzubringen, entwickelte meine ideale Kundin im Detail und daraus die Idee einer Schwieger-Reha: ein Programm, das körperliche Beschwerden und die Belastung durch den Schwieger-Konflikt gemeinsam aufgreift. Dort lernte ich außerdem ein Curriculum kennen, das ein Problem über das gewünschte Ergebnis in einzelnen Schritten übersetzte, und beschäftigte mich mit dem Ikigai.
Später hoffte ich, über YouTube Wissen Stück für Stück herauszugeben, Resonanz zu bekommen und daraus weiterzuentwickeln, statt vorher einen kompletten Kurs fertigzustellen. Max riet mir jedoch davon ab, die eigentlichen Kurslektionen auf YouTube zu veröffentlichen, wodurch genau dieser erhoffte Testweg wegfiel. Im September 2024 stieß ich außerdem in einem Psychologie-Guide auf eine Aussage über Demütigung als besonders schwere Form der Kränkung, und war sofort wieder beim 23.12.2017: ein weiteres Puzzleteil, das mir half, meine eigene Reaktion damals besser zu verstehen. Keiner dieser Wege brachte am Ende die fertige Lösung, aber aus jedem nahm ich etwas mit, das meinen Blick erweiterte.
Der entscheidende Perspektivwechsel
Anfang Januar 2025 war ich mit unerträglichen Schmerzen im Krankenhaus. Nachts, beim Gehen durch mein Zimmer, weil Schlaf kaum möglich war, schaute ich wieder Videos von Uwe Albrecht. Diesmal ging es mir vor allem darum, auf mich selbst, mein Gefühl und meinen Körper zu hören, statt möglichst viele Instrumente richtig anzuwenden. Ich begann, mich selbst wieder ernst zu nehmen, auch dort, wo das bedeutete, mich aus Gewohnheiten zu lösen, etwa bei meiner Ernährung.
Auch von außen bekam ich eine Bestätigung dafür, dass mein Thema nicht nur meine persönliche Geschichte ist. An einem ganz normalen Termin erzählte mir meine Frauenärztin, dass sie selbst betroffen ist, und dass immer wieder Schwiegermamas weinend vor ihr sitzen, die ganz ähnliche Probleme haben.
Im November 2025 lernte ich von Sabrina einen Gedanken, den ich bis dahin nicht konntete: Erst verkaufen, dann erstellen. Man kann mit dem beginnen, was bereits da ist, statt es vorher bis ins letzte Detail auszuarbeiten. Genau dieses Prinzip motivierte mich, meinen Schwiegermama-Notdienst zu starten: Flyer, Verteilung in ganz Pulheim, aber nur eine einzige Interessentin. Der Notdienst selbst brachte nicht die erhoffte Resonanz, aber das Prinzip dahinter blieb. Ende 2025 wurde mir klar: Was mir fehlte, war nicht der Inhalt. Mir fehlt ein Weg, mit dem Vorhandenen anzufangen und es gemeinsam mit den Frauen weiterzuentwickeln, für die es gedacht ist.
Warum gerade diese Menschen zusammenkommen
Viele der Menschen und Methoden, die heute im Kongress zusammenkommen, sind nicht zufällig dabei. Sie bzw. ihre Themen haben mir auf meinen eigenen Weg etwas gegeben. Im Laufe der Jahre habe ich verstanden, dass es für einen so komplexen Konflikt nicht die eine Methode für alle Menschen geben kann. Menschen sind verschieden, Familien sind verschieden, Geschichten sind verschieden. Deshalb braucht es unterschiedliche Zugänge.
Wie ich arbeite
Im Rückblick erkenne ich darin auch etwas, das sehr zu meiner eigenen Kunst passt. Ich bin eine Scanner-Persönlichkeit: Ich kann mich tief in ein Thema einarbeiten, wertvolle Impulse aufnehmen, weiterziehen und Jahre später genau darauf zurückgreifen, wenn ich es brauche. Dafür habe ich einen eigenen Satz: Ich erkenne Qualität von Weitem und schaffe sie mir an für den Tag, wo ich sie brauche. Und irgendwann brauche ich es immer.
Der 3. Weg
Familienfrieden bedeutet für mich heute weder zu kämpfen noch mich selbst aufzugeben. Dazwischen liegt der 3. Weg: zurück zu meiner eigenen Würde und meiner eigenen Kraft, mit Selbstverantwortung, klaren Grenzen und dem Wissen, dass Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich erleben können.
Ich kann meinen Sohn auch aus der Ferne lieben. Wir brauchen uns nicht ständig zu sehen, und auch die Feiertage brauchen wir nicht miteinander zu verbringen. Weihnachten zu zweit bedeutet für meinen Mann und mich inzwischen sogar Freiheit und Freizeit, ohne unterschiedliche Essensbedürfnisse, Vorstellungen und unterschiedliches Timing unter einen Hut zu bringen. Nähe ist für mich heute keine Voraussetzung für Liebe. Auch meine Schwiegertochter hat dabei ihren eigenen Raum: Sie hat eine große eigene Familie und ein gutes Verhältnis zu ihrer Mutter, sie braucht keine zweite Mama. Auch das ist für mich ein großes Learning. Das kann sich wieder verändern, wenn einmal ein Enkelkind da ist, das Weihnachten bewusst miterlebt, aber so weit ist es noch nicht.
Was mir gefehlt hat
Erst Ende 2025 kam durch die Beschäftigung mit CG Jung ein weiterer Puzzleteil hinzu: ein besseres Verständnis von Ablösung und Erwachsenwerden. Damit kann ich manches, was mir seit 2017 unverständlich war, mit anderen Augen betrachten. Vieles von dem, was damals geschah, war richtig und wichtig. Mir hat vor allem Wissen gefehlt, um zu verstehen, was sich verändert, wenn ein Sohn erwachsen wird, eine Partnerin an seine Seite tritt und sich Rollen neu sortieren.
In einem der Interviews für diesen Kongress stieß ich auf einen buddhistischen Gedanken, dass Unwissenheit am Anfang von Leiden steht. Genau das ist mir passiert. Was mir 2017 gefehlt hat, war nicht die Liebe zu meinem Sohn. Mir hat ganz viel Wissen gefehlt: über Ablösung, über unterschiedliche Wahrnehmung, über Bedürfnisse, Prägungen und Kommunikation. Und genau dieses Wissen möchte ich heute weitergeben.
Wie der Kongress entstand ist
Aus all dem, was ich auf meinem Weg gelernt habe, ist mein eigener Weg entstanden. Und aus diesem Weg wiederum DER Schwieger-Führerschein: die Vision, dass ein Schwieger-Konflikt nicht automatisch bedeuten muss, dass Menschen kämpfen, sich selbst aufgeben oder Familien auseinanderbrechen.
Der Schwiegermama-Führerschein ist die aktuelle, konkrete Umsetzung dieser Vision für Schwiegermütter. Dieser Kongress ist dabei nicht nur Werbung für ein späteres, fertiges Angebot. Er ist selbst ein Teil seiner Entwicklung: Er gibt Frauen bereits jetzt Wissen und Unterstützung, und er lässt mich gleichzeitig hören, welche Fragen Schwiegermamas wirklich beschäftigen.
Meine Vision
Ich möchte dazu beitragen, dass Schwieger-Konflikte nicht länger automatisch in jahrelange Verletzungen, Kontaktabbrüche und zerrissene Familien führen müssen. Das ist meine Vision als Familienfriedens-Fackelträgerin: Schwiegermamas über Länder- und Sprachgrenzen hinweg zu erreichen, nicht nur in Deutschland. Dieser Kongress und der Schwiegermama-Führerschein sind ein erster konkreter Schritt auf diesem viel größeren Weg.
Ich danke dir von Herzen, dass du das hier liest.
Herzlich,
Deine Denise